(Drohende) FrühgeburtEine der relevantesten Komplikationen einer Mehrlingsschwangerschaft ist eine (drohende) Frühgeburt. Eine spontane Frühgeburt ist in den meisten Fällen die Folge von vorzeitiger Wehentätigkeit. Ein vorzeitiger Blasensprung kann ebenfalls ein Grund dafür sein, dass die Geburt zu früh eingeleitet wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt ist im Fall einer Drillings- oder Mehrlingsschwangerschaft stark erhöht, wobei auch Zwillinge in vielen Fällen früher zur Welt kommen als nach Ablauf der für eine Einlingsschwangerschaft üblichen 40 Wochen (37-42 Wochen). Ein Kind, das zu früh geboren wird, wird auch als prämatur bezeichnet. In manchen Fällen werden die Kinder auch deshalb zu früh geboren, weil nach Auffassung des Gynäkologen eine vorzeitige Geburt eingeleitet werden muss. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn die Kinder anderenfalls gefährdeter wären (wie beispielsweise bei schwerer fetaler Wachstumsretardierung) oder wenn die Mutter gefährdet wäre (beispielsweise bei schwerer Hypertonie). In diese Entscheidung ist ebenfalls ein Kinderarzt mit einzubeziehen. In einem derartigen Fall ist es stets schwierig, zwischen den Risiken, die aus dem Hinziehen einer Schwangerschaft resultieren können, und den Risiken, die eine Frühgeburt mit sich bringen kann, abzuwägen. Eine Frühgeburt birgt für die Kinder ein erhebliches Risiko, dessen Ausprägung von der Dauer der Schwangerschaft abhängt. Die Lungen oder andere Organe könnten beispielsweise noch nicht ausgereift sein, was nach der Geburt zu Problemen führen kann. Im Fall einer drohenden Frühgeburt werden der Mutter in vielen Fällen Kortikosteroide vor der Geburt verabreicht, um die Reifung der Organe der Kinder zu beschleunigen. Darüber hinaus haben zu früh geborene Kinder in vielen Fällen ein zu geringes Geburtsgewicht, und die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Versterbens ist ebenfalls erhöht. Wenn es im Fall einer kurzen Schwangerschaftsdauer (weniger als 30-32 Wochen) nicht möglich ist, die Wehentätigkeit zu hemmen, wird die betreffende Frau in der Regel in ein Perinatal-Zentrum mit einer Station für neonatale Intensivpflege eingewiesen, wo man auf die medizinische Versorgung von Müttern und frühgeborenen Kindern spezialisiert ist. ZervixinsuffizienzIst der Muttermund unverhältnismäßig weit geöffnet, spricht man von Zervixinsuffizienz. Das Risiko auf eine Zervixinsuffizienz ist bei Mehrlingsschwangerschaften erhöht. Zervixinsuffizienz kann zu einer Frühgeburt führen. Um eine Gefährdung der Schwangerschaft im Fall einer drohenden Frühgeburt abzuwenden wird der Muttermund bei Mehrlingsschwangerschaften in manchen Fällen künstlich verschlossen, indem eine Schlinge um den Gebärmutterhals (Zervix) gelegt wird (so genannte Cerclage). |
Kinderwunsch-Podcast |