Gesunde Schwangerschaft
Aus einem einzigen Grund haben Sie all die Untersuchungen und
Behandlungen über sich ergehen lassen und all die Tränen vergossen
– um ein Kind zu bekommen. Ein positiver Schwangerschaftstest ist
ein äußerst bedeutsames Ereignis und ein ermutigendes Zeichen
dafür, dass Sie Ihrem Ziel näher kommen. Wenn Sie feststellen, dass
Sie nach all diesen Fruchtbarkeitsuntersuchungen und -behandlungen
schwanger sind, kann Ihnen dies wie die Erfüllung Ihres schönsten
Traums erscheinen. Es ist eine Zeit voller Emotionen, die von
Freude, Angst, Hoffnung, Erleichterung bis Erregung reichen.
Obgleich ein positiv ausgefallener Schwangerschaftstest ein äußerst
bedeutsamer Schritt ist, sind in der frühen Phase der
Schwangerschaft noch einige Untersuchungen erforderlich, bevor
Aussagen über den Verlauf Ihrer Schwangerschaft gemacht werden
können.
Positiver Schwangerschaftstest
Ein positiver Schwangerschaftstest bedeutet in erster Linie
eigentlich nur, dass Schwangerschaftshormone produziert werden.
Dies sagt jedoch noch nichts über den Verlauf der Schwangerschaft
oder den Ort der Einnistung der befruchteten Eizelle aus. In den
meisten Fällen bedeutet dies jedoch glücklicherweise, dass sich die
Schwangerschaft problemlos entwickelt.
Bedenken Sie jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit einer
Fehlgeburt bei manchen Fruchtbarkeitsbehandlungen im Allgemeinen
etwas höher ist als bei einer spontanen Schwangerschaft. Es ist
leider so, dass Ihre Schwangerschaft in einer frühen Phase noch in
einer Fehlgeburt enden kann. In diesem Stadium besteht auch noch
eine Wahrscheinlichkeit einer Extrauteringravidität
(Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle). Eine frühe
Ultraschalluntersuchung kann hierüber besser Aufschluss geben. Wenn
die Schwangerschaft jedoch in diesem Stadium dann doch noch
missglückt, ist die Enttäuschung möglicherweise noch größer als bei
einer Behandlung, die sich sofort als Fehlschlag herausgestellt
hat. Auf der anderen Seite bedeutet eine Fehlgeburt auch, dass Sie
sehr wohl schwanger werden können. Im Fall einer IVF-Behandlung
kann eine von vier Schwangerschaften noch vorzeitig beendet werden.
Im Fall von IVF liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt bei
ungefähr 20% und die einer Extrauteringravidität bei ungefähr
5%.
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Frühe vaginale Ultraschalluntersuchung
Im Fall einer normalen Schwangerschaft ist ein Embryo (die
„Frucht“) von einer Fruchtblase umhüllt. Der Embryo entwickelt sich
im Fall einer normalen Schwangerschaft zu einem Kind weiter.
Wenn sich beim Schwangerschaftstest herausstellt, dass Sie
schwanger sind, wird in den meisten Fällen ein Termin für eine
frühe Ultraschalluntersuchung ungefähr zwei Wochen danach
vereinbart. Die Schwangerschaft befindet sich dann noch in einem
sehr frühen Stadium, in den meisten Fällen können jedoch bereits
eine (oder mehrere) Fruchtblase(n) erkannt werden. Mithilfe dieser
vaginalen Ultraschalluntersuchung kann ebenfalls eine
Extrauteringravidität ausgeschlossen, gegebenenfalls eine Einlings-
oder Mehrlingsschwangerschaft festgestellt und darauf untersucht
werden, ob das Herz des Embryos schlägt. Wenn sich bei dieser
(vaginalen) Ultraschalluntersuchung herausstellt, dass sich ein
Embryo in der Gebärmutter eingenistet hat und dass dessen Herz
schlägt, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines guten Verlaufs der
Schwangerschaft hoch. Wenn kein eindeutiger Befund gestellt werden
konnte, wird die Untersuchung nach Ablauf mindestens einer Woche
wiederholt.
Wenn bei der frühen Ultraschalluntersuchung ein Embryo mit einem
schlagenden Herz (positive Herztätigkeit) nachgewiesen werden kann,
sind Sie Ihrem Ziel wieder einen großen Schritt näher gekommen. Die
Wahrscheinlichkeit einer frühen Fehlgeburt ist nunmehr ein wenig
niedriger. Im Fall eines guten Ergebnisses wird der behandelnde
Gynäkologe mit Ihnen besprechen, ob Ihre weiteren
Schwangerschaftskontrollen in dem Kinderwunschzentrum durchgeführt
werden müssen, oder ob Sie für die weiteren Kontrolluntersuchungen
an die primäre Versorgungsebene, d.h. an Ihren Facharzt für
Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. Ihre Hebamme zurücküberwiesen
werden können. Die Fruchtbarkeitsbehandlung an sich ist nicht
unweigerlich ein Grund dafür, dass die Kontrolluntersuchungen in
einem Kinderwunschzentrum erfolgen müssen. Wenn es medizinisch
vertretbar ist, hat Ihre Stimme bei dieser Entscheidung natürlich
auch Gewicht. Mehrlingsschwangerschaften sind jedoch stets von
einem Gynäkologen zu kontrollieren.
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Schwangerschaft nach Fruchtbarkeitsbehandlung
Wahrscheinlich haben Sie nunmehr viele widersprüchliche Gefühle.
Auf der einen Seite sind Sie begeistert, diesen Punkt erreicht zu
haben, während Sie sich auf der anderen Seite vor einem Verlust der
Schwangerschaft fürchten. Diese Angst ist völlig natürlich. Paare,
die mit Fruchtbarkeitsstörungen konfrontiert waren, können sich in
vielen Fällen nicht von dieser Angst frei machen. Sie und Ihr
Partner sind möglicherweise nicht sofort in der Lage, sich über
Ihre Schwangerschaft so zu freuen wie andere Paare. Dennoch sollten
Sie sich die größte Mühe geben, diese Zeit gemeinsam zu
genießen.
Wenn Ihnen auch niemand eine Garantie auf einen guten Verlauf
der Schwangerschaft geben kann, so ist es doch wichtig, dass Sie
Ihre Ängste und Sorgen aus dem richtigen Blickwinkel betrachten
können. Vieles liegt beispielsweise sehr wohl in Ihrer Hand. Eine
gesunde Lebensweise und Ernährung sind wichtige Voraussetzungen für
einen guten Verlauf der Schwangerschaft. Es können jedoch auch
mehrere Komplikationen auftreten, auf die Sie keinen Einfluss
nehmen können. Die Wahrscheinlichkeit dieser Komplikationen ist im
Allgemeinen nicht hoch, diese schicksalhafte Wendung kann jedoch
jeden treffen. Aus diesem Grund ist es nur natürlich, dass sich
alle schwangeren Frauen hierüber Sorgen machen. Völlige Ruhe und
Entspannung sind jedoch auch wichtig. Wenn Sie sich vor Augen
führen, dass Sie mögliche Komplikationen nicht dadurch abwenden
können, dass Sie sich Sorgen darüber machen, dann ist es wesentlich
einfacher, sich etwas mehr zu entspannen und auch Ihre
Schwangerschaft mehr zu genießen.
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