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Frühe Fehlgeburt

Eine Fehlgeburt oder ein Spontanabort ist der ungewollte Verlust eines Fetus vor dem Ende der 20. Schwangerschaftswoche. Eine Fehlgeburt in den ersten zwei bis vier Monaten wird als frühe Fehlgeburt bezeichnet.
  • Ursachen einer frühen Fehlgeburt
  • Symptome einer drohenden Fehlgeburt
  • Weitere Ursachen für vaginale Blutungen
  • Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Fehlgeburt festgestellt wird
  • Habitueller Abort

Ursachen einer frühen Fehlgeburt

Für die meisten frühen Fehlgeburten können keine spezifischen Ursachen zugewiesen werden. In vielen Fällen liegt hierbei eine Anlagestörung des Embryos zugrunde, die durch ein Missverhältnis bei der äußerst komplizierten „Verteilung“ der normalen Gene herbeigeführt wurde. Der Embryo entwickelt sich nicht mehr weiter und wird vom Körper abgestoßen. Die Natur scheint hiermit selbst eine logische Lösung für das Problem gefunden zu haben.

Bei einer frühen Fehlgeburt ist in vielen Fällen nur die Fruchtblase, ohne Embryo, vorhanden. Dieser Embryo hat in diesem Fall in einem sehr frühen Stadium das Wachstum eingestellt und ist dadurch nicht mehr zu erkennen.

Die Ursache ist in den meisten Fällen eine Chromosomenanomalie, die bei der Befruchtung entstanden ist. Dies bedeutet nicht, dass dies gleichzeitig eine erbliche Anomalie ist: in der Regel hat dies keine Auswirkungen auf eine mögliche zukünftige Schwangerschaft. In vielen Fällen handelt es sich bereits um eine fetale Wachstumsretardierung und um eine schlecht funktionierende Plazenta (Mutterkuchen). Erst nach mehreren Fehlgeburten (habitueller Abort) wird dazu geraten, die Ursache näher zu untersuchen.

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Symptome einer drohenden Fehlgeburt

Die Schwangerschaftssymptome wie beispielsweise Brustspannen und möglicherweise morgendlicher Übelkeit können in manchen Fällen kurz vor einer Fehlgeburt abnehmen. Weitere Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt können vaginale Blutungen und menstruationsartige Bauchschmerzen in der ersten Phase der Schwangerschaft sein. In ungefähr der Hälfte dieser Fälle ist dies jedoch zum Glück kein Grund zur Sorge. Ihr Arzt wird Ihnen in vielen Fällen diese Sorge nehmen können.

Blutungen im zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonat sind in vielen Fällen das erste Anzeichen für eine Fehlgeburt. Wenn die Untersuchung ergibt, dass der Embryo nicht (mehr) lebensfähig ist, wird die Fehlgeburt häufig spontan innerhalb einiger Tagen nach dieser Blutung eingeleitet. Dies kann jedoch auch länger dauern. Die Fehlgeburt kann abgewartet oder mithilfe einer Kürettage stimuliert werden. Dies hängt von Ihrer persönlichen Entscheidung und der Zeitspanne bis zu einer möglichen spontanen Fehlgeburt ab. Da dem natürlicheren Verlauf der Vorzug zu geben ist, wird meist ein Spontanabort abgewartet. Ihr Arzt wird diese Optionen mit Ihnen besprechen.

Im Fall eines Spontanaborts nehmen die Bauchkrämpfe sukzessiv zu, und die Blutung ist dann mit einer starken Menstruationsblutung vergleichbar. Die Fehlgeburt hat stattgefunden, wenn auch die Fruchtblase aus der Gebärmutter nach draußen getrieben wird. Dies ist in manchen Fällen als eine rosafarbene mit Flüssigkeit gefüllte Blase zu erkennen. In vielen Fällen finden sich auch Blutgerinnsel darin. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich hierbei um eine Fruchtblase oder um ein Blutgerinnsel handelt, können Sie das Gewebe aufsammeln und zur Beurteilung mitnehmen. Bei einer „normalen“ Fehlgeburt werden die Schmerzen schnell verschwinden, und auch die Blutung wird nach der Fehlgeburt abnehmen. Wenn die Blutung oder die Bauchkrämpfe nach der Fehlgeburt weiterhin vorhanden sind, Sie Fieber bekommen oder sich Sorgen über den Verlauf der Fehlgeburt machen, ist es sinnvoll, sich an Ihren Arzt zu wenden. Ein medizinischer Grund für eine Kürettage ist nur dann gegeben, wenn die Fehlgeburt nicht vollständig war (unvollständige Fehlgeburt), wodurch die Blutung nicht zurückgehen kann.

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Weitere Ursachen für vaginale Blutungen

Es ist logisch und ganz natürlich, dass schwangere Frauen, die in einer frühen Phase der Schwangerschaft vaginale Blutungen bemerken, von Sorgen und Ängsten wegen einer möglichen Fehlgeburt gequält werden. Zum Glück deuten diese vaginalen Blutungen nicht immer auf eine Fehlgeburt hin. Hierfür gibt es noch weitere mögliche Ursachen. Der Gynäkologe wird Sie untersuchen, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Dies kann beispielsweise auch durch einen, beispielsweise aufgrund eines Polypen oder einer Entzündung, leicht blutenden Gebärmuttermund verursacht sein. In den meisten Fällen wird die vaginale Blutung dann nach dem Geschlechtsverkehr oder im Fall einer Obstipation (Stuhlverstopfung) bemerkt. In manchen Fällen stellt sich auch eine Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter) als Ursache heraus. Häufig ist dies von beträchtlichen Bauchschmerzen begleitet. Eine seltenere Ursache für vaginale Blutungen ist das Absterben eines zweiten Embryos, wenn ursprünglich ein Zwilling angelegt war. Eine Blutung im Bereich der Fruchtblase kann dies ebenfalls verursachen. Wenn keine Ursache ermittelt werden kann, ist die harmlose Blutung möglicherweise durch das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutter verursacht. Dies wird als Nidationsblutung (Einnistungsblutung) bezeichnet.

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Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Fehlgeburt festgestellt wird

In einer sehr frühen Phase der Schwangerschaft gibt eine Ultraschalluntersuchung in manchen Fällen noch keinen hinreichenden Aufschluss über die Lebensfähigkeit des Embryos. Wenn (noch) kein Embryo erkannt oder noch keine Herztätigkeit festgestellt werden kann, wird die Ultraschalluntersuchung nach Ablauf mindestens einer Woche wiederholt werden. Wenn sich bei dieser Untersuchung jedoch wieder ergibt, dass eine leere Fruchtblase vorhanden ist oder dass keine Herztätigkeit (mehr) verzeichnet wird, ist leider keine Behandlung zum Erhalt der Schwangerschaft möglich. Die Schwangerschaft wird wahrscheinlich von selbst in einem Spontanabort enden, wann dies geschieht ist jedoch kaum voraussagbar. Ihr Arzt wird mit Ihnen die Möglichkeiten einer Fehlgeburt besprechen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die beide Vor- und Nachteile haben. Diese Wahl ist Ihre persönliche Entscheidung.

Sie können sich dafür entscheiden, diesen Spontanabort abzuwarten und hiermit dem natürlichen Verlauf der Dinge eine Chance geben. Es ist anzuraten, mit dem Arzt einen Zeitpunkt festzusetzen, bis zu dem Sie den Spontanabort abwarten möchten bzw. können. Sie können sich auch dafür entscheiden, die Fehlgeburt durch eine so genannte Kürettage einzuleiten. Für diesen Eingriff erhalten Sie eine Kurznarkose oder eine andere Form der Betäubung, während der Gynäkologe die Gebärmutterhöhle über die Vagina ausschabt. Dies ist technisch gesehen ein kleiner Eingriff, bei dem zum Glück nur ein äußerst geringes Risiko auf Komplikationen besteht.

Wenn Sie sich für das Abwarten des Spontanaborts entscheiden, kann es jedoch auch passieren, dass dieser zu lang auf sich warten lässt, wodurch doch noch eine Kürettage stattfinden muss. Wenn sich herausstellt, dass die Fehlgeburt nicht vollständig war (die Blutung hält nach der Fehlgeburt an), ist möglicherweise (noch) eine Kürettage erforderlich.

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Habitueller Abort

Wenn eine Frau drei oder mehr aufeinander folgende Fehlgeburten hatte, spricht man von einem habituellen Abort oder einer wiederholten Fehlgeburt. Dies kommt bei 0,5-1 % der schwangeren Frauen vor.

Genau wie bei einer einmaligen Fehlgeburt ist die Ursache von wiederholten Fehlgeburten in den meisten Fällen eine Anlagestörung, die bei der Befruchtung entstanden ist. Der Embryo wächst in diesem Fall nicht weiter und wird vom Körper der Frau abgestoßen. Warum dies bei der einen Frau häufiger vorkommt als bei der anderen, ist nicht bekannt. Wenn es sich um einen habituellen Abort handelt, wird die Möglichkeit der Durchführung einer näheren Untersuchung besprochen werden. Bei diesen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine zugrunde liegende Ursache gefunden wird, leicht erhöht, dennoch wird nur bei ungefähr 15 % der Paare eine Ursache für die wiederholten Fehlgeburten gefunden. Bevor Sie sich für die Durchführung einer näheren Untersuchung entscheiden, sollten Sie dies im Hinterkopf behalten und sich darüber hinaus vor Augen führen, dass selbst wenn eine Ursache gefunden wird, diese in vielen Fällen nicht zu behandeln ist. Die nähere Untersuchung auf die Ursache umfasst in der Regel eine Untersuchung auf Chromosomenanomalien, eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke sowie eine Blutuntersuchung. Mehrlingsschwangerschaft, fortgeschrittenes Lebensalter der Frau sowie ihr allgemeiner gesundheitlicher Zustand (wobei Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Umweltfaktoren eine Rolle spielen können) können Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Fehlgeburt haben.

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