Frühe Fehlgeburt
Eine Fehlgeburt oder ein Spontanabort ist der ungewollte Verlust
eines Fetus vor dem Ende der 20. Schwangerschaftswoche. Eine
Fehlgeburt in den ersten zwei bis vier Monaten wird als frühe
Fehlgeburt bezeichnet.
Ursachen einer frühen Fehlgeburt
Für die meisten frühen Fehlgeburten können keine spezifischen
Ursachen zugewiesen werden. In vielen Fällen liegt hierbei eine
Anlagestörung des Embryos zugrunde, die durch ein Missverhältnis
bei der äußerst komplizierten „Verteilung“ der normalen Gene
herbeigeführt wurde. Der Embryo entwickelt sich nicht mehr weiter
und wird vom Körper abgestoßen. Die Natur scheint hiermit selbst
eine logische Lösung für das Problem gefunden zu haben.
Bei einer frühen Fehlgeburt ist in vielen Fällen nur die
Fruchtblase, ohne Embryo, vorhanden. Dieser Embryo hat in diesem
Fall in einem sehr frühen Stadium das Wachstum eingestellt und ist
dadurch nicht mehr zu erkennen.
Die Ursache ist in den meisten Fällen eine Chromosomenanomalie,
die bei der Befruchtung entstanden ist. Dies bedeutet nicht, dass
dies gleichzeitig eine erbliche Anomalie ist: in der Regel hat dies
keine Auswirkungen auf eine mögliche zukünftige Schwangerschaft. In
vielen Fällen handelt es sich bereits um eine fetale
Wachstumsretardierung und um eine schlecht funktionierende Plazenta
(Mutterkuchen). Erst nach mehreren Fehlgeburten (habitueller Abort)
wird dazu geraten, die Ursache näher zu untersuchen.
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Symptome einer drohenden Fehlgeburt
Die Schwangerschaftssymptome wie beispielsweise Brustspannen und
möglicherweise morgendlicher Übelkeit können in manchen Fällen kurz
vor einer Fehlgeburt abnehmen. Weitere Anzeichen für eine drohende
Fehlgeburt können vaginale Blutungen und menstruationsartige
Bauchschmerzen in der ersten Phase der Schwangerschaft sein. In
ungefähr der Hälfte dieser Fälle ist dies jedoch zum Glück kein
Grund zur Sorge. Ihr Arzt wird Ihnen in vielen Fällen diese Sorge
nehmen können.
Blutungen im zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonat sind in
vielen Fällen das erste Anzeichen für eine Fehlgeburt. Wenn die
Untersuchung ergibt, dass der Embryo nicht (mehr) lebensfähig ist,
wird die Fehlgeburt häufig spontan innerhalb einiger Tagen nach
dieser Blutung eingeleitet. Dies kann jedoch auch länger dauern.
Die Fehlgeburt kann abgewartet oder mithilfe einer Kürettage
stimuliert werden. Dies hängt von Ihrer persönlichen Entscheidung
und der Zeitspanne bis zu einer möglichen spontanen Fehlgeburt ab.
Da dem natürlicheren Verlauf der Vorzug zu geben ist, wird meist
ein Spontanabort abgewartet. Ihr Arzt wird diese Optionen mit Ihnen
besprechen.
Im Fall eines Spontanaborts nehmen die
Bauchkrämpfe sukzessiv zu, und die Blutung ist dann mit einer
starken Menstruationsblutung vergleichbar. Die Fehlgeburt hat
stattgefunden, wenn auch die Fruchtblase aus der Gebärmutter nach
draußen getrieben wird. Dies ist in manchen Fällen als eine
rosafarbene mit Flüssigkeit gefüllte Blase zu erkennen. In vielen
Fällen finden sich auch Blutgerinnsel darin. Wenn Sie sich nicht
sicher sind, ob es sich hierbei um eine Fruchtblase oder um ein
Blutgerinnsel handelt, können Sie das Gewebe aufsammeln und zur
Beurteilung mitnehmen. Bei einer „normalen“ Fehlgeburt werden die
Schmerzen schnell verschwinden, und auch die Blutung wird nach der
Fehlgeburt abnehmen. Wenn die Blutung oder die Bauchkrämpfe nach
der Fehlgeburt weiterhin vorhanden sind, Sie Fieber bekommen oder
sich Sorgen über den Verlauf der Fehlgeburt machen, ist es
sinnvoll, sich an Ihren Arzt zu wenden. Ein medizinischer Grund für
eine Kürettage ist nur dann gegeben, wenn die Fehlgeburt nicht
vollständig war (unvollständige Fehlgeburt), wodurch die Blutung
nicht zurückgehen kann.
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Weitere Ursachen für vaginale Blutungen
Es ist logisch und ganz natürlich, dass schwangere Frauen, die in einer frühen Phase der Schwangerschaft vaginale Blutungen bemerken, von Sorgen und Ängsten wegen einer möglichen Fehlgeburt gequält werden. Zum Glück deuten diese vaginalen Blutungen nicht immer auf eine Fehlgeburt hin. Hierfür gibt es noch weitere mögliche Ursachen. Der Gynäkologe wird Sie untersuchen, um der Ursache auf die Spur zu kommen. Dies kann beispielsweise auch durch einen, beispielsweise aufgrund eines Polypen oder einer Entzündung, leicht blutenden Gebärmuttermund verursacht sein. In den meisten Fällen wird die vaginale Blutung dann nach dem Geschlechtsverkehr oder im Fall einer Obstipation (Stuhlverstopfung) bemerkt. In manchen Fällen stellt sich auch eine Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter) als Ursache heraus. Häufig ist dies von beträchtlichen Bauchschmerzen begleitet. Eine seltenere Ursache für vaginale Blutungen ist das Absterben eines zweiten Embryos, wenn ursprünglich ein Zwilling angelegt war. Eine Blutung im Bereich der Fruchtblase kann dies ebenfalls verursachen. Wenn keine Ursache ermittelt werden kann, ist die harmlose Blutung möglicherweise durch das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutter verursacht. Dies wird als Nidationsblutung (Einnistungsblutung) bezeichnet.
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Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung eine Fehlgeburt festgestellt wird
In einer sehr frühen Phase der Schwangerschaft gibt eine
Ultraschalluntersuchung in manchen Fällen noch keinen hinreichenden
Aufschluss über die Lebensfähigkeit des Embryos. Wenn (noch) kein
Embryo erkannt oder noch keine Herztätigkeit festgestellt werden
kann, wird die Ultraschalluntersuchung nach Ablauf mindestens einer
Woche wiederholt werden. Wenn sich bei dieser Untersuchung jedoch
wieder ergibt, dass eine leere Fruchtblase vorhanden ist oder dass
keine Herztätigkeit (mehr) verzeichnet wird, ist leider keine
Behandlung zum Erhalt der Schwangerschaft möglich. Die
Schwangerschaft wird wahrscheinlich von selbst in einem
Spontanabort enden, wann dies geschieht ist jedoch kaum
voraussagbar. Ihr Arzt wird mit Ihnen die Möglichkeiten einer
Fehlgeburt besprechen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die beide Vor-
und Nachteile haben. Diese Wahl ist Ihre persönliche
Entscheidung.
Sie können sich dafür entscheiden, diesen Spontanabort
abzuwarten und hiermit dem natürlichen Verlauf der Dinge eine
Chance geben. Es ist anzuraten, mit dem Arzt einen Zeitpunkt
festzusetzen, bis zu dem Sie den Spontanabort abwarten möchten bzw.
können. Sie können sich auch dafür entscheiden, die Fehlgeburt
durch eine so genannte Kürettage einzuleiten. Für diesen Eingriff
erhalten Sie eine Kurznarkose oder eine andere Form der Betäubung,
während der Gynäkologe die Gebärmutterhöhle über die Vagina
ausschabt. Dies ist technisch gesehen ein kleiner Eingriff, bei dem
zum Glück nur ein äußerst geringes Risiko auf Komplikationen
besteht.
Wenn Sie sich für das Abwarten des Spontanaborts entscheiden,
kann es jedoch auch passieren, dass dieser zu lang auf sich warten
lässt, wodurch doch noch eine Kürettage stattfinden muss. Wenn sich
herausstellt, dass die Fehlgeburt nicht vollständig war (die
Blutung hält nach der Fehlgeburt an), ist möglicherweise (noch)
eine Kürettage erforderlich.
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Habitueller Abort
Wenn eine Frau drei oder mehr aufeinander folgende Fehlgeburten
hatte, spricht man von einem habituellen Abort
oder einer wiederholten Fehlgeburt. Dies kommt bei 0,5-1 % der
schwangeren Frauen vor.
Genau wie bei einer einmaligen Fehlgeburt ist die Ursache von
wiederholten Fehlgeburten in den meisten Fällen eine Anlagestörung,
die bei der Befruchtung entstanden ist. Der Embryo wächst in diesem
Fall nicht weiter und wird vom Körper der Frau abgestoßen. Warum
dies bei der einen Frau häufiger vorkommt als bei der anderen, ist
nicht bekannt. Wenn es sich um einen habituellen Abort handelt,
wird die Möglichkeit der Durchführung einer näheren Untersuchung
besprochen werden. Bei diesen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit,
dass eine zugrunde liegende Ursache gefunden wird, leicht erhöht,
dennoch wird nur bei ungefähr 15 % der Paare eine Ursache für die
wiederholten Fehlgeburten gefunden. Bevor Sie sich für die
Durchführung einer näheren Untersuchung entscheiden, sollten Sie
dies im Hinterkopf behalten und sich darüber hinaus vor Augen
führen, dass selbst wenn eine Ursache gefunden wird, diese in
vielen Fällen nicht zu behandeln ist. Die nähere Untersuchung auf
die Ursache umfasst in der Regel eine Untersuchung auf
Chromosomenanomalien, eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter
und der Eierstöcke sowie eine Blutuntersuchung.
Mehrlingsschwangerschaft, fortgeschrittenes Lebensalter der Frau
sowie ihr allgemeiner gesundheitlicher Zustand (wobei Nikotin- und
Alkoholkonsum sowie Umweltfaktoren eine Rolle spielen können)
können Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer
Fehlgeburt haben.
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