Zusätzliche SpermienuntersuchungenDas Zusammenspiel von Zervixschleim und Samenzellen kann bei Verdacht auf eine mögliche Störung im Labor mithilfe des Spermienpenetrationstests näher untersucht werden. Bei einer normalen Befruchtung haften sich die Samenzellen an die äußerste Schicht der Eizelle an, wobei letztendlich eine Samenzelle die Barriere der Eizelle durchbricht und diese befruchtet. In manchen Fällen von männlicher Unfruchtbarkeit kann es sich um eine verminderte Fähigkeit der Samenzellen handeln, sich an die Eizelle zu haften oder diese zu penetrieren. Leider ist es bisweilen nicht möglich, mit einfachen Untersuchungsmethoden mehr Informationen über die Befruchtung und Einnistung zu erhalten. Teilaspekte der für die Befruchtung bedeutsamen Prozesse können mithilfe des weiter unten erläuterten Hemizona-Assays oder des Hamster-Ovum-Penetrationstests untersucht werden. Der Wert dieser Untersuchungen ist umstritten, weshalb diese Befruchtungstests kaum mehr durchgeführt werden. Spermienpenetrationstest oder Oozytenpenetrationstest (OPT)Wenn ein Postkoitaltest wiederholt negativ ausfällt, kann ein Spermienpenetrationstest durchgeführt werden, um zu beurteilen, ob in diesem Fall eine Zervixschleiminsuffizienz oder eine Störung der Samenzellen zugrunde liegt. Das Zusammenspiel von Samenzellen und Zervixschleim wird bei diesem Test im Labor näher untersucht. Darüber hinaus werden die Samenzellen und der Zervixschleim mit Spendermaterial gekreuzt. HamstereipenetrationstestIn manchen Fällen führen Ärzte einen Test durch, um festzustellen, ob die Samenzellen eines Mannes in die weibliche Eizelle eindringen können. Hierzu wird das Sperma mit speziell präparierten Hamstereizellen getestet (eine tatsächliche „Befruchtung“ der Hamstereizelle durch das menschliche Sperma findet nicht statt). Die Fähigkeit des Spermas zur Bindung an die Eizelle und zur Penetration der Eizelle wird gemessen. Wenn in der Testsituation eine gute Penetration erzielt wird, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Samenzellen zur Befruchtung einer menschlichen Eizelle fähig sind. Penetrationstests erlauben keine absolute Vorhersage - funktionsfähige Spermien können beim Penetrationstest versagen, ebenso gut können funktionsunfähige Spermien den Test erfolgreich bestehen. Aus diesem Grund werden Penetrationstests nur noch selten eingesetzt. SpermienfunktionstestDieser Test findet in den meisten Fällen nur bei Paaren statt, die aufgrund der Samenqualität für eine assistierte Reproduktionstechnik wie beispielsweise IVF und ICSI in Frage kommen. Im Fall einer sehr schlechten Samenqualität kann in manchen Fällen noch ein zusätzlicher Spermientest im IVF-Labor durchgeführt werden, um zu beurteilen, ob die Qualität ausreichend erscheint, um ein reguläres IVF-Verfahren zu beginnen, oder ob vielleicht auch eine ICSI-Behandlung in Betracht gezogen werden muss. Für ein reguläres IVF-Verfahren müssen ausreichend bewegliche Samenzellen gewonnen werden können, um im Labor die Eizellen selbst befruchten zu können. Bei einem ICSI-Verfahren wird pro erhaltener Eizelle eine bewegliche Samenzelle ausgewählt, die direkt in die Eizelle injiziert wird. Durch diese Methode können auch mit sehr wenig beweglichen Samenzellen noch Embryos gezeugt werden. Immunobead-Test (IBT)Antikörper werden häufig nur als Abwehrmechanismen des Körpers gegen Infektionen betrachtet. Im Fall von Spermaantikörpern können Antikörper sich jedoch tatsächlich gegen den Körper richten, indem sie den Fortpflanzungsvorgang beeinträchtigen. Vom Abwehrsystem der Frau gebildete Antikörper hemmen die Spermien daran, durch den Zervixschleim der Frau hindurch zu gelangen und die Eizelle zu erreichen. Bei Männern können auch Antikörper, die dem Schwanz der Samenzelle aufgelagert sind, die Samenzell-Passage durch den Zervixschleim der Frau beeinträchtigen. Ursachen für die Entwicklung dieser Antikörper sind möglicherweise Infektionen, Verletzungen oder andere Faktoren. Zum Nachweis von Antikörpern gegen Spermien kann der Arzt einen sogenannten Immunobead-Test (IBT) durchführen. Mithilfe des Immunobead-Tests können verschiedene Arten von Antikörpern gegen Spermien in unterschiedlichen biologischen Proben nachgewiesen werden, unter anderem in Blut, in Zervixschleim und auf Samenzellen. Der Test kann den Schweregrad der Antikörperbildung anzeigen sowie welcher Teil der Samenzelle speziell davon betroffen ist. In einer Blutprobe kann man mit einem Immunobead-Test nachweisen, ob die Antikörper aus dem Blutkreislauf oder der Umgebung der Fortpflanzungsorgane stammen. Zum Nachweis der Antikörper wird der Frau Blut entnommen; die Blutprobe wird mit einer Spermienprobe inkubiert und unter einem Mikroskop im Labor untersucht. Das Sperma des Mannes kann auch direkt auf Antikörper untersucht werden. Bei Vorhandensein von Antikörpern gegen Spermien gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Korrektur der Störung, die das Problem verursacht. Manche Frauen werden mit Prednison behandelt, einem Steroid, das die Antikörper reduzieren kann. Eine Intrauterine Insemination mit gewaschenen Spermien kann ebenfalls durchgeführt werden. |
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