Retrograde Ejakulation
Bei Männern, die an retrograder Ejakulation leiden, erfolgt der
Samenerguss (Ejakulation) in die Harnblase anstatt über den Penis
nach außen. Anatomisch betrachtet, mündet der Samenleiter in die
Harnröhre ein, damit der Samen auf diesem Weg den Körper verlassen
kann. Die retrograde Ejakulation ist eine Funktionsstörung des
Schließmuskels, welcher dafür sorgt, dass Harnfluss und Samenfluss
durch die Harnröhre getrennt erfolgen. Diese seltene Störung
entsteht in manchen Fällen infolge eines Diabetes oder der
Entfernung der Prostatadrüse. Bei normaler Funktionsfähigkeit des
männlichen Fortpflanzungssystems zieht sich der Schließmuskel
zwischen Harnblase und Harnröhre bei der Ejakulation zusammen, oder
umgekehrt schließt sich Muskelgewebe wie ein Ventil zwischen
Samenleiter und Harnröhre beim Wasserlassen. Es können jedoch noch
Samenzellen aus der Harnblase gewonnen werden; der Harn kann
allerdings eine toxische (giftige) Wirkung auf die Samenzellen
haben.
Bei Auftreten einer retrograden Ejakulation gelangt das Sperma
eines Mannes zurück in die Harnblase, anstatt an der Penisspitze
nach außen zu gelangen.
Symptome
Das Fehlen von Ejakulat kann auf eine retrograde Ejakulation hinweisen.
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Ursache
Die häufigste Ursache für eine retrograde Ejakulation ist eine vorangegangene Prostataoperation. Weitere mögliche Ursachen sind Krebserkrankungen, Diabetes, multiple Sklerose und Operationen im Bereich von Bauch, Becken oder Genitalien. Auch gewisse Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen und Bluthochdruck können eine Erschlaffung des Blasenhalses verursachen. In manchen Fällen wird die genaue Ursache der Störung nicht immer entdeckt.
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Behandlung
Antihistaminika werden bisweilen angewendet, um die Blasenöffnung zu straffen und dadurch den Rückfluss der Samenzellen zu verhindern.
Da der Urin kein geeignetes Milieu für die Samenzellen ist, wird dem Mann in vielen Fällen vor der Behandlung eine neutralisierende Flüssigkeit zu trinken gegeben. Hiernach werden die Samenzellen im Labor aus dem Urin herausgefiltert und für die Verwendung bei assistierten Reproduktionstechniken wie beispielsweise IUI oder IVF aufbereitet. Ein Mann mit retrograder Ejakulation kann ebenfalls seine Blase entleeren und einen Katheter einführen lassen, um die Blase mit einer Laborlösung (Medium) zu füllen. Nach der Ejakulation wird die Flüssigkeit dann gesammelt und anschließend entfernt, sodass nur noch das Sperma übrig bleibt.
Mithilfe verschiedener Fruchtbarkeitsbehandlungen wie beispielsweise IUI oder IVF kann der normale Weg, auf dem das Sperma in die Frau eingeführt wird, umgangen werden.
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