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Risiken
Für den Nutzen der meisten medizinischen Verfahren müssen
mögliche Nebenwirkungen und die Akzeptanz gewisser Risiken in Kauf
genommen werden. Dasselbe gilt für In-vitro-Fertilisation
(IVF). Da das IVF-Verfahren mehrere Schritte beinhaltet, können bei den
Patienten unterschiedliche Nebenwirkungen zu unterschiedlichen
Zeitpunkten auftreten. - Die im Rahmen einer IVF-Behandlung angewendeten Medikamente
können Nebenwirkungen verursachen, wie beispielsweise
Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Neben den Nebenwirkungen
sind mit der Anwendung dieser Medikamente auch Risiken verbunden.
Da Medikamente angewendet werden, welche die Eierstöcke stimulieren
sollen, damit mehrere Eibläschen heranwachsen, kann es auch
vorkommen, dass die Eierstöcke zu stark reagieren. Dies kann
mithilfe einer Ultraschalluntersuchung beurteilt werden, bei der
dann festgestellt wird, dass entweder zu viele Eibläschen vorhanden
sind oder dass die Eierstöcke erheblich an Umfang zugenommen haben.
Es ist auch möglich, dass die Eierstöcke im Zeitraum nach der
Punktion noch stärker anschwellen und Flüssigkeit in die Bauchhöhle
absondern. Dies wird Überstimulation genannt. Es kommt zu einer
übermäßigen Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, was zu
Beschwerden wie beispielsweise Völlegefühl, Bauchschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen, starker Gewichtszunahme (>1 kg/Tag),
Kurzatmigkeit und verminderter Urinproduktion (Ovarielles
Hyperstimulationssyndrom, OHSS) führen kann. In schweren
Fällen kann das Blut eindicken, wodurch Durchblutungsstörungen
entstehen können. Wenn sich bei einer Ultraschalluntersuchung
herausstellt, das die Eierstöcke zu stark reagieren, wird kein
Risiko eingegangen und die Behandlung abgebrochen. Wenn die
Reaktion noch vertretbar ist, jedoch ein Risiko auf eine
Überstimulation besteht, werden Ihnen spezielle Anweisungen
gegeben. Bei Auftreten einer der oben stehenden Beschwerden sollten
Sie direkt Kontakt mit dem IVF-Spezialisten oder der IVF- bzw.
gynäkologischen Abteilung der Klinik aufnehmen. Der Arzt wird eine
Ultraschalluntersuchung vornehmen, um die Größe der Eierstöcke zu
ermitteln und auszuschließen, dass sich Zysten (mit Flüssigkeit
gefüllte Eibläschen) gebildet haben. Darüber hinaus überprüft der
Arzt, ob sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle angesammelt hat.
Außerdem wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. In den meisten
Fällen ist Abwarten, Ruhe bewahren und viel Trinken ausreichend, in
seltenen Fällen ist eine Aufnahme in ein Krankenhaus
notwendig.
- Obgleich die Risiken der Punktion gering sind, wird in seltenen
Fällen eine Blutung oder in sehr seltenen Fällen eine Infektion
festgestellt. Wenn diese Komplikationen auftreten, wird die dafür
notwendige Behandlung eingeleitet. In seltenen Fällen werden Organe
in der Nähe der Eierstöcke, wie beispielsweise Harnblase oder Darm,
während der Punktion beschädigt.
- Obgleich Eizellen, Samenzellen und Embryonen im Labor äußerst
vorsichtig behandelt werden, ist und bleibt IVF Menschenwerk. Es
werden jedoch nur sehr selten menschliche Fehler
gemacht.
- Es besteht die Wahrscheinlichkeit einer
Mehrlingsschwangerschaft. Damit die Wahrscheinlichkeit einer
Schwangerschaft so hoch wie möglich ist, die Wahrscheinlichkeit
einer Mehrlingsschwangerschaft jedoch so gering wie möglich ist,
wird der Embryotransfer streng kontrolliert. In Deutschland werden
ein, zwei oder maximal drei Embryonen in die Gebärmutter
transferiert. Auch beim Transfer von einem einzigen Embryo kann,
genau wie in der natürlichen Situation auch, ein (eineiiger)
Zwilling entstehen. Die Wahrscheinlichkeit einer
Zwillingsschwangerschaft liegt bei ungefähr 25 % und die einer
Drillingsschwangerschaft bei 1 %, wodurch das Risiko von
Komplikationen als Folge von Mehrlingsschwangerschaften (wie
beispielsweise Fehlgeburt, Frühgeburt oder Diabetes) so weit wie
möglich verringert ist.
- Obgleich ein positiv ausgefallener Schwangerschaftstest auf
eine erfolgreiche Behandlung hoffen lässt, schlägt dies in ungefähr
25 % der Fälle dennoch fehl. Die Wahrscheinlichkeit einer
Fehlgeburt liegt im Bereich von 20 % und die einer
Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der
Gebärmutterhöhle) bei 5 %. Hierfür sind in manchen Fällen
zusätzliche Behandlungen erforderlich, was die Enttäuschung noch
vergrößern kann.
- In Deutschland wird zurzeit erforscht, welche langfristigen
Auswirkungen IVF auf die Kinder hat. Bislang sind keine erhöhten
Risiken hinsichtlich des Auftretens von kongenitalen Fehlbildungen
angezeigt. Der Gynäkologe oder IVF-Spezialist wird jedoch keine
Verantwortung für den Ausgang der IVF- oder ICSI-Behandlung
übernehmen. In manchen Fällen müssen Sie vor der Behandlung eine
Einverständniserklärung unterzeichnen. Wenn eine entsprechende
Indikation vorliegt, wie beispielsweise das Lebensalter der Frau
(36 Jahre oder älter) oder kongenitale Anomalien in der Familie,
kann eine pränatale Diagnostik durchgeführt werden.
- Nicht zuletzt kann das IVF-Verfahren auch psychisch belastend
sein. Die Patienten können von Maßnahmen zum Stressabbau
profitieren, wie beispielsweise sich körperlich fit halten,
Entspannungstechniken anwenden und familiäre Unterstützung und
Beratung in Anspruch nehmen.
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IVF Zentren in Deutschland
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