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ärztlicher Behandlung

Risiken

Für den Nutzen der meisten medizinischen Verfahren müssen mögliche Nebenwirkungen und die Akzeptanz gewisser Risiken in Kauf genommen werden. Dasselbe gilt für In-vitro-Fertilisation (IVF).

Da das IVF-Verfahren mehrere Schritte beinhaltet, können bei den Patienten unterschiedliche Nebenwirkungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten.

  1. Die im Rahmen einer IVF-Behandlung angewendeten Medikamente können Nebenwirkungen verursachen, wie beispielsweise Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Neben den Nebenwirkungen sind mit der Anwendung dieser Medikamente auch Risiken verbunden. Da Medikamente angewendet werden, welche die Eierstöcke stimulieren sollen, damit mehrere Eibläschen heranwachsen, kann es auch vorkommen, dass die Eierstöcke zu stark reagieren. Dies kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung beurteilt werden, bei der dann festgestellt wird, dass entweder zu viele Eibläschen vorhanden sind oder dass die Eierstöcke erheblich an Umfang zugenommen haben. Es ist auch möglich, dass die Eierstöcke im Zeitraum nach der Punktion noch stärker anschwellen und Flüssigkeit in die Bauchhöhle absondern. Dies wird Überstimulation genannt. Es kommt zu einer übermäßigen Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, was zu Beschwerden wie beispielsweise Völlegefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, starker Gewichtszunahme (>1 kg/Tag), Kurzatmigkeit und verminderter Urinproduktion (Ovarielles Hyperstimulationssyndrom, OHSS) führen kann. In schweren Fällen kann das Blut eindicken, wodurch Durchblutungsstörungen entstehen können. Wenn sich bei einer Ultraschalluntersuchung herausstellt, das die Eierstöcke zu stark reagieren, wird kein Risiko eingegangen und die Behandlung abgebrochen. Wenn die Reaktion noch vertretbar ist, jedoch ein Risiko auf eine Überstimulation besteht, werden Ihnen spezielle Anweisungen gegeben. Bei Auftreten einer der oben stehenden Beschwerden sollten Sie direkt Kontakt mit dem IVF-Spezialisten oder der IVF- bzw. gynäkologischen Abteilung der Klinik aufnehmen. Der Arzt wird eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, um die Größe der Eierstöcke zu ermitteln und auszuschließen, dass sich Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen) gebildet haben. Darüber hinaus überprüft der Arzt, ob sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle angesammelt hat. Außerdem wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. In den meisten Fällen ist Abwarten, Ruhe bewahren und viel Trinken ausreichend, in seltenen Fällen ist eine Aufnahme in ein Krankenhaus notwendig.
  2. Obgleich die Risiken der Punktion gering sind, wird in seltenen Fällen eine Blutung oder in sehr seltenen Fällen eine Infektion festgestellt. Wenn diese Komplikationen auftreten, wird die dafür notwendige Behandlung eingeleitet. In seltenen Fällen werden Organe in der Nähe der Eierstöcke, wie beispielsweise Harnblase oder Darm, während der Punktion beschädigt.
  3. Obgleich Eizellen, Samenzellen und Embryonen im Labor äußerst vorsichtig behandelt werden, ist und bleibt IVF Menschenwerk. Es werden jedoch nur sehr selten menschliche Fehler gemacht.
  4. Es besteht die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Damit die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft so hoch wie möglich ist, die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft jedoch so gering wie möglich ist, wird der Embryotransfer streng kontrolliert. In Deutschland werden ein, zwei oder maximal drei Embryonen in die Gebärmutter transferiert. Auch beim Transfer von einem einzigen Embryo kann, genau wie in der natürlichen Situation auch, ein (eineiiger) Zwilling entstehen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft liegt bei ungefähr 25 % und die einer Drillingsschwangerschaft bei 1 %, wodurch das Risiko von Komplikationen als Folge von Mehrlingsschwangerschaften (wie beispielsweise Fehlgeburt, Frühgeburt oder Diabetes) so weit wie möglich verringert ist.
  5. Obgleich ein positiv ausgefallener Schwangerschaftstest auf eine erfolgreiche Behandlung hoffen lässt, schlägt dies in ungefähr 25 % der Fälle dennoch fehl. Die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt liegt im Bereich von 20 % und die einer Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle) bei 5 %. Hierfür sind in manchen Fällen zusätzliche Behandlungen erforderlich, was die Enttäuschung noch vergrößern kann.
  6. In Deutschland wird zurzeit erforscht, welche langfristigen Auswirkungen IVF auf die Kinder hat. Bislang sind keine erhöhten Risiken hinsichtlich des Auftretens von kongenitalen Fehlbildungen angezeigt. Der Gynäkologe oder IVF-Spezialist wird jedoch keine Verantwortung für den Ausgang der IVF- oder ICSI-Behandlung übernehmen. In manchen Fällen müssen Sie vor der Behandlung eine Einverständniserklärung unterzeichnen. Wenn eine entsprechende Indikation vorliegt, wie beispielsweise das Lebensalter der Frau (36 Jahre oder älter) oder kongenitale Anomalien in der Familie, kann eine pränatale Diagnostik durchgeführt werden.
  7. Nicht zuletzt kann das IVF-Verfahren auch psychisch belastend sein. Die Patienten können von Maßnahmen zum Stressabbau profitieren, wie beispielsweise sich körperlich fit halten, Entspannungstechniken anwenden und familiäre Unterstützung und Beratung in Anspruch nehmen.
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