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ärztlicher Behandlung

Erfolgsraten

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung?

Im Fall einer IVF-Behandlung liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus durchschnittlich bei rund 25-30 %. Dies hängt in hohem Maße von den individuellen Umständen ab, wie beispielsweise Lebensalter, Samenqualität, Anzahl und Beschaffenheit der Embryonen. Des Weiteren führen nicht alle Schwangerschaften zu einem lebend geborenen Kind. Ein Viertel der anfänglichen Schwangerschaften endet in einer Fehlgeburt (20 % aller Schwangerschaften) oder in einer Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle) (5 % aller Schwangerschaften). Da sich mit jedem neuen Zyklus erneut Aussichten auf eine erfolgreiche Schwangerschaft ergeben, verlässt durchschnittlich nach drei Versuchen die Hälfte der Paare die Klinik mit einem oder mehreren Kindern.

Seit 1996 werden die IVF-Ergebnisse der deutschen Kinderwunschzentren im Internet unter der Adresse      www.deutsches-ivf-register.de veröffentlicht. Dies ist äußerst zweckmäßig, da Patienten ein Recht darauf haben zu erfahren, wie die Ergebnisse der Behandlung sind, der sie sich unterziehen werden und die sie (entweder über ihre Krankenversicherung oder selbst) bezahlen. Um diese Daten richtig interpretieren zu können, muss man sich jedoch ausgiebig damit auseinander setzen können, wie diese Zahlen zustande kommen.

IVF-Ergebnisse können auf verschiedenste Art und Weise wiedergegeben werden. Die folgenden Definitionen werden angewendet:

  • Begonnener ZyklusIVF-Versuch, ab Beginn der Verabreichung der ovulationsinduzierenden Medikamente.
  • FollikelpunktionPunktion der Eibläschen zur Eizellentnahme.
  • EmbryotransferDas Einbringen des Embryos in die Gebärmutterhöhle.
  • SchwangerschaftPositiver Befund in Urin oder Serum (> 50 IE/L), nicht früher als 15 Tage nach der Punktion.
  • Weiter bestehende SchwangerschaftSonographisch intakte intrauterine Schwangerschaft, nach mehr als 10 Wochen nach der Punktion.
  • ZuverlässigkeitsintervallBereich, in dem der wahre Wert mit einer Sicherheit von 95 % liegt.

Bei der Erfassung der IVF-Zahlen wird der Prozentsatz der weiter bestehenden Schwangerschaften pro begonnenem Zyklus gewählt. Dieser Prozentsatz gibt Aufschluss über die Qualität der medizinischen Versorgung eines Kinderwunschzentrums, jedoch bei Weitem nicht über alles.

  • Erstens ist dieser Prozentsatz abhängig von vielen verschiedenen weiteren Faktoren, wie beispielsweise dem Lebensalter der Frau, der Dauer des Kinderwunsches und der Anzahl an früheren Behandlungen. Diese Faktoren können sich von Klinik zu Klinik unterscheiden. Wenn ein Kinderwunschzentrum beispielsweise viele Behandlungen bei hauptsächlich älteren Frauen durchführt, wird die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft im Falle dieses Kinderwunschzentrums geringer sein.
  • Zweitens kann dieser Prozentsatz durch Zufall von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich die Ergebnisse mehrerer Jahre anzusehen.
  • Letztendlich sind auch andere Faktoren für die Qualität der medizinischen Versorgung von Bedeutung, wie beispielsweise die Zufriedenheit der Patienten, der Prozentsatz an Komplikationen und der Prozentsatz an Mehrlingsschwangerschaften. Wenn beispielsweise mehrere Embryonen in die Gebärmutter transferiert werden, steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft, mit allen hiermit verbundenen Risiken. Alles in allem sind diese Zahlen folglich vorsichtig zu interpretieren. Wenn dies nicht geschieht, ist die Qualität der medizinischen Versorgung letzten Endes der Verlierer, das Gegenteil von dem, was alle erreichen wollen.
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