Refertilisierungsoperation nach Sterilisation
Verschlüsse in den ableitenden Samenwegen und im Nebenhoden (wo die
Samenzellen gelagert werden) können mit diesen Verfahren korrigiert
werden. Verschlüsse werden verursacht durch Hernien
(Eingeweidebruch), kongenitale Anomalien und Sterilisation
(Vasektomie). Ungefähr 1% der Männer, die sich einer
Vasektomie unterziehen, möchte den Eingriff wieder rückgängig
machen.
Wirkmechanismus
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten für eine
Refertilisierungsoperation. Entweder können die losen Enden der
Samenleiter wieder aneinander genäht werden (Vasovasostomie) oder,
wenn dies nicht gelingt, kann das Ende eines Samenleiters mit dem
Nebenhoden verbunden werden (Vasoepididymostomie).
Bei einer Operation, bei der die beiden Enden des Samenleiters
wieder miteinander verbunden werden (Vasovasostomie), näht der Arzt
die inneren und äußeren Schichten des Samenleiters wieder zusammen.
Dieses Verfahren stellt die Kontinuität des Samenleiters wieder
her. Die Vasoepididymostomie ist ein Bypass-Verfahren, bei dem die
inneren und äußeren Schichten des Samenleiters auf den Nebenhoden
aufgenäht werden.
Beide Operationen werden ambulant unter Lokal- oder
Allgemeinanästhesie durchgeführt. Samenanalysen sind nach sechs
Wochen, zwölf Wochen und dann alle drei bis vier Monate nach dem
Eingriff erforderlich. Die wiederholte Kontrolle erfolgt, um sich
zu vergewissern, dass das infolge der Operation gebildete
Narbengewebe den Samenleiter oder Nebenhoden nicht blockiert.
Wenn ein Jahr nach dem jeweiligen Eingriff keine Samenzellen
nachweisbar sind, war die Operation ohne Erfolg.
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Risiken
Bei beiden Verfahren dauert es nahezu drei Wochen, bis das
Gewebe wiederhergestellt ist. Da die anatomischen Verhältnisse so
eng sind, kann Narbengewebe, das infolge der Operation entsteht, zu
neuen Verschlüssen führen.
In seltenen Fällen können Blutungen auftreten, die Schwellungen
sowie Infektionen verursachen.
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Ergebnisse
Diese Operationen führen nicht immer zu dem gewünschten
Ergebnis. Je nachdem, wie lange der Samenleiter und die
Samenkanälchen verschlossen waren, produziert der Patient nach der
Operation möglicherweise keine Samenzellen mehr. Bei vielen Männern
kommt es nach einer Vasektomie zur Bildung von Antikörpern gegen
Samenzellen, welche die Fähigkeit der Samenzellen, den
Zervixschleim der Frau zu passieren, beeinträchtigen können.
Wenn seit der Vasektomie weniger als drei Jahre vergangen sind,
ist statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung
der weiblichen Eizelle hoch. Die Spermien-Rückkehrrate beträgt 95%
bei Männern in dieser Kategorie, und die Schwangerschaftsrate liegt
bei 75%. Sind mehr als 15 Jahre nach der Vasektomie vergangen, so
beträgt die Spermien-Rückkehrrate 70% und die Schwangerschaftsrate
30%.
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